CDU Gemeindeverband Hövelhof

Rekommunalisierung E.ON Westfalen Weser AG

Chancen und Risiken - Presseartikel

Die Entscheidung zur Übernahme von insgesamt 1,9% Anteilen an der E.ON Westfalen Weser AG bedeutet für die Gemeinde Hövelhof ein Kaufpreis von 12.833.000 Euro. Davon sind 10% als Einlage zur finanzieren; die restlichen 90% sollen von einer Erwerbsgesellschaft über 25 Jahre über die jährlichen Renditen finanziert werden.

Hintergründe, Pro und Contra stellten am Dienstag, 29.1.13, Bürgermeister Michael Berens und Kämmerer Klaus-Dieter Borgmeier auf Einladung der CDU in der Gaststätte Kersting einer interessierten Öffentlichkeit vor.

Zunächst beabsichtigt die Ratsmehrheit, eine Absichtserklärung für die geplante Übernahme zu erklären (erfolgt am 31.1.13), danach wird ein spezieller Datenpool für die Ratsmitglieder und die Verwaltung zugänglich gemacht, so dass alle Details noch einmal intensiv geprüft werden können. Hierzu wird auch das Wirtschaftsprüfungsbüro Bönker, mit dem die Gemeinde Hövelhof seit vielen Jahren zusammen arbeitet, beauftragt werden.

 

Warum will E.ON sich überhaupt vom Netzbetrieb trennen? Zwei Antworten: 1. Eine Rendite von ca. 5% nach Steuern ist dem Mutterkonzern zu gering. 2. Viele Netzkonzessionen laufen in den nächsten zwei Jahren insbesondere im Wesertal aus. Ohne Konzessionen würde ein weiterer Netzbetrieb nicht lukrativ sein; durch die Übernahme der Anteile durch die Kommunen soll sichergestellt werden, dass die Konzessionen langfristig auch bei der neuen kommunalen Energie-Gesellschaft verbleiben.

 

Betrachtet man Chancen und Risiken, so erscheinen die Risiken durchaus kalkulierbar. Wichtigstes Argument bleibt hier die Sicherstellung eines geregelten Netzentgeltes durch die Bundesnetzagentur. Außerdem garantieren die sehr geringen Netzausfallzeiten und die Bestätigung einer 100%-igen Netzeffizienz die gute Qualität des aktuellen Netzes.

 

Als Risiko bleiben natürlich nicht vorhersehbare politische Entscheidungen auf dem Energiemarkt und die technische Weiterentwicklung im Zuge der Energiewende. Letztlich ist aber trotzdem wohl davon auszugehen, dass auch zukünftig ein Energieversorgungsnetz benötigt werden wird. Auch wenn viele kleine einzelne Energieerzeuger hinzukommen werden, setzen doch die Weiterleitung überschüssig produzierter Energie und der Zukauf bei zu wenig Energiegewinn ein funktionierendes Netz voraus.

 

Mit dem geplanten Umfang von ca. 13 Mill. Euro wird die Gemeinde Hövelhof langfristig Eigentümer der Strom- und Gasnetze vor Ort. Dies ist genauso wie die Versorgung mit Wasser und die Entsorgung des Abwassers eine kommunale Daseinsvorsorge; hier übernimmt die CDU Verantwortung für Hövelhof.