CDU Gemeindeverband Hövelhof

Rat lehnt Nationalpark Senne ab

Hövelhof (WB). Ein möglicher Nationalpark in der Senne erhitzt in Hövelhof weiter die Gemüter. Nach einer emotional geführten Diskussion hat der Rat der Gemeinde eine von der CDU vorgelegte »Erklärung zur Senne« gegen die Stimmen der SPD beschlossen. Sie soll nun dem Düsseldorfer Umweltministerium und dem Kreis Lippe vorgelegt werden.

Der Rat, so Ratsherr Christian Berg, bekräftige mit dem Text seine Beschlüsse aus 2005 und 2011. In beiden Anträgen seien die Planungen eines Nationalparks kritisiert und zurückgewiesen worden.

Dem widersprach SPD-Fraktionsvorsitzender Mario Schäfer vehement. Er erinnerte daran, dass man vor anderthalb Jahren um jedes Wort gerungen habe, um eine möglichst große Zustimmung zu erreichen. Das damalige Ergebnis bezeichnete er als »Sternstunde«. »Das Wort Nationalpark haben wir bewusst gar nicht erwähnt, um möglichst alle Türen offen zu lassen«, sagte Schäfer. Eine offene Diskussion müsse weiter möglich sein.

Die ersten sechs Punkte des Entwurfs seien durch die bestehende Resolution gedeckt. Der letzte Punkt lese sich wie eine Floskel: »Wo soll denn das Geld für eine Übernahme herkommen?«, fragte er. Außerdem behaupte die CDU, den Bürgerwillen zu kennen. »Woher?«, fragt Schäfer: »Wir lehnen diese neue Erklärung kategorisch ab!«

»Wer seine Heimat liebt, sollte diesem Antrag zustimmen«, fuhr CDU-Sprecher Udo Neisens schweres Geschütz auf. In der 2011er Resolution haben man gegen die Ausweisung großer Prozessschutz-Flächen protestiert, was einen Nationalpark de facto unmöglich mache. Allerdings sei das in der Bevölkerung nicht so klar verstanden worden. Deshalb wolle man jetzt nachbessern und ganz deutlich werden.

Die CDU sei »in großer Sorge um unsere Heimat«, so Neisens. In ihren Bereisungen bestehender Nationalparks habe man auch viele kritische Stimmen gehört. Neisens erinnerte daran, dass die Senne anders als zum Beispiel Nationalparks in den USA keine unberührte Landschaft sei, sondern von Menschenhand geschaffen worden sei. Der aber werde nun als Störfaktor gesehen und dürfe nicht mehr eingreifen: »Die Senne würde ihren Charakter verlieren.«

Im Gegensatz zu Mario Schäfer sieht Rudi Lindemann (FDP) eine deutlich veränderte Situation gegenüber 2011. Die Senne solle als »Flickenteppich« genutzt werden, nachdem der Kreis Lippe seine ursprünglichen Planungen nicht mehr umsetzen könne. »Hier müssen wir jetzt klar Stellung beziehen. Und die lautet: Wir wollen keinen Nationalpark in der Senne!«, rief er aus. Ergebnisoffene Verhandlungen seien mit dem Umweltminister nicht möglich: Hier geht es doch nur noch darum, Koalitionsbeschlüsse durchzusetzen.«

Die SPD, sagte Andreas Brüseke, stehe der weiteren Nutzung der Senne durch das Militär weiterhin positiv gegenüber. Ihm seien klare Stellungnahmen der Bundeswehr, was nach dem Abzug der Briten geschehen solle, nicht bekannt. Wenn deren Absichten bekannt seien, müssten Ideen gesammelt und Überlegungen zum Schicksal der Senne angestellt werden. Aus seiner Sicht habe auch ein Nationalpark Vorteile, so Brüseke.

Zur Frage der Finanzierung einer möglichen Übernahme von Senne-Flächen durch die Gemeinde erinnerte Bürgermeister Michael Berens daran, dass der heutige Eigentümer (Bund) seinerzeit die Bewohner quasi enteignet habe: Er wisse, dass hier auch heute noch starke Emotionen im Spiel seien, wenn es um die alte Heimat gehe. Sollte Hövelhof eine Chance zur Übernahme von Senne-Bereichen haben, müsse der Kreis Paderborn sich an den Pflege-Aufwendungen solidarisch beteiligen, wie es auch schon mit der Wewelsburg oder Kloster Dalheim geschehe. Das Land NRW dürfe nicht Eigentümer werden: »Das ist viel zu weit von den Wünschen der Menschen entfernt.«.

Kritisch sehe auch der Bund der Steuerzahler einen Nationalpark, ergänzte Ekhard Schumann. Denn der Steuerzahler bliebe auf den Kosten sitzen.