CDU Gemeindeverband Hövelhof

Politischer Aschermittwoch der CDU Hövelhof

Der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Kreisverbandes berichtet

Zur Einstimmung des politischen Aschermittwochs kritisierte Udo Neisens, der Vorsitzende des Gemeindeverbandes der CDU Hövelhof, die Schuldenpolitik der rot-grünen Landesregierung. „Es ist unverständlich, dass SPD und Grüne damit drohen, den Landtag aufzulösen, falls die CDU eine Klage gegen den Schuldenhaushalt der Landesregierung führt. Die Haushaltspolitik wird ohne Kursänderung auch bei einer potenziellen Mehrheit im Landtag weiterhin verfassungswidrig sein“, so Neisens. Es sei kein Wunder, dass andere Länder Klage führen würden, wenn bei einer enormen Schuldenlast über kostenfreie Kindergärten und Universitäten nachgedacht würde.
Hubert Beringmeier (l.) und Udo NeisensHubert Beringmeier (l.) und Udo Neisens
Als Hauptredner hob Hubert Beringmeier (Vors. des landwirtschaftlichen Kreisverbandes) die Bedeutung der ländlichen Landwirtschaft hervor. „Jeder Landwirt schafft 10 Arbeitsplätze im weiterverarbeitenden Gewerbe. Deshalb sind die bäuerlichen Betriebe für viele Regionen ein entscheidender Wirtschaftsfaktor“, äußerte Beringmeier.
 
In Hövelhof gibt es derzeit 110 Landwirte, die eine Fläche von 2300 ha bewirtschaften. Von ihnen führen etwa 30 Bauern ihren Betrieb hauptberuflich, 50 im Nebenerwerb. Die übrigen betreiben Ackerbau und Viehzucht eher als Hobby. In der Gemeinde nimmt die Milchwirtschaft mit lediglich 350 Kühen nur einen geringen Anteil ein. Der Schwerpunkt der landwirtschaftlichen Produktion liegt in der Rindviehhaltung (46 Betriebe) und Schweinemast (25 Betriebe). „Der Beruf des Landwirts hat gute Zukunftschancen und bietet damit bessere Möglichkeiten als je zuvor“, meint Beringmeier. Alle Ausbildungsplätze wären ausgebucht und Landwirte seien gesuchte Leute mit guten Jobangeboten.
 
Beringmeier sieht auf die Landwirtschaft große Herausforderungen zukommen. „Der Fleischbedarf wird sich durch die steigende Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 verdoppeln, der Bedarf an Milchprodukten um 50%. Die Unruhen in Nordafrika sind letztlich auch auf das Nahrungsmittelproblem zurück zu führen. So geben dort die Menschen 80% ihres Einkommens für Lebensmittel aus, in Deutschland sind es lediglich 10 %“, sagt Beringmeier. Um den Weltfrieden zu erhalten, seien günstige Nahrungsmittel von entscheidender Bedeutung. Dabei sei kaum auf die konventionelle Landwirtschaft zu verzichten, so erfolge lediglich 1 % der Schweinemast ökologisch. „Uns liegt in diesem Zusammenhang der Tierschutz am Herzen, wir sind keine Tierquäler. Aber was nützt es, wenn Käfige hier abgebaut und in Tschechien wieder aufgebaut werden?“, fragt Beringmeier.
 
Ebenfalls große Sorge bereitet den Landwirten die Verwendung von Nutzflächen für die Produktion von Biomasse zur Energiegewinnung. „Bäuerliche Betriebe können im Preiswettbewerb um Pachtflächen mit den Konzernen kaum mithalten. So verlieren wir für die Nahrungsmittelproduktion wertvolles Ackerland, was sich künftig sicherlich deutlich auf die Weltmarktpreise für Lebensmittel auswirken dürfte“, warnt Beringmeier. Zudem würden auch die Bürger durch diese Energiepolitik belastet. So zahle für den Energiemix der deutsche Verbraucher 20 ct, der französische lediglich 7 ct pro Kilowattstunde.