CDU Hövelhof informiert sich in der Eifel über Nationalpark
Während einer Informationsfahrt in die Eifel haben Vertreter der Hövelhofer CDU den Nationalpark Eifel besucht. Im Rahmen eines Fachgespräches mit dem Leiter des Nationalparks, Henning Walter, wurde die Entstehungsgeschichte des Großraumschutzgebietes in der Nähe der belgischen Grenze dargestellt.
Walter machte deutlich, dass für die Eifel die Ausweisung eines
Nationalparks im Jahr 2004 der richtige Weg gewesen sei. Die Eifel sei ein strukturschwaches Gebiet, es fehle an Infrastruktur wie Autobahnen und Schienenanschlüssen sowie an Gewerbebetrieben. Der Nationalpark sei eine Art „letzte“ Chance für die Eifel.
Während der Umsetzung des Nationalparks habe es vor Ort eine hohe Zustimmung von Bürgerschaft und lokaler Politik gegeben. „Ohne Zustimmung der Bevölkerung ist ein Nationalpark nicht einzurichten.“, so Walter. Zu bedenken gab er auch, dass die Verhältnisse der Eifel nicht auf Ostwestfalen zu übertragen seien.
Das Schutzgebiet weist einen hohen Waldbestand aus und ist nur auf ausgewiesenen Wegen zu betreten. Die Prozeßschutzfläche beträgt zur Zeit 52% der Fläche und wird in den nächsten 30 Jahren auf 87% anwachsen.
Prozeßschutz wird im offiziellen Nationalpark-Film wie folgt erklärt: „Aus Kulturwald wird Urwald.“ Die Natur wird sich selbst überlassen, der Mensch darf nicht mehr eingreifen und die Natur stören. Lediglich zwei Bereiche sollen langfristig weiter gepflegt werden. Die Narzissenwiese im Nationalparksüden, ein FFH-Gebiet, muss aufgrund des europarechtlichen Verschlechterungsverbotes weiterhin vom Menschen betreut werden, so Walter.
Auch das Offenland des ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang bedürfe menschlicher Eingriffe. Der Borkenkäfer sei aufgrund des natürlichen Verrottungsprozesses der Bäume ein Problem. Dieses versuche man dadurch einzudämmen, indem eine 500 m breite Sanitärzone um den Nationalpark gezogen wurde, wo der Borkenkäfer bekämpft werden kann.
Interessant war für die CDU Hövelhof auch der Blick in die Statistik. Eines der vorgetragenen Argumente für einen Nationalpark in der Senne ist die Hebung des Tourismus. In den offiziellen Statistiken des Landes NRW wird deutlich, dass in vier von sieben Jahren seit der Errichtung des
Nationalparks in den sechs Nationalparkkommunen der Eifel die Übernachtungszahlen niedriger als im Jahr 2003, also vor der Ausweisung des Nationalparks, waren. Während im Jahr 2003 646.511 Übernachtungen verzeichnet wurden, hat es im Jahr 2010 lediglich 630.685 gegeben.
„Die Fahrt in die Nationalparkregion Eifel hat sich gelohnt. Wir haben viele Eindrücke gewinnen können.“, so der Hövelhofer CDU-Chef Udo Neisens. Die vielen Informationen werde man in die weitere Diskussion mit einbringen. Tatsächlich ließen sich die Verhältnisse der Eifel nicht auf die Senneregion übertragen. Daher sei die CDU Hövelhof weiterhin sehr skeptisch gegenüber den Nationalparkplänen des grünen NRW-Umweltministers Remmel. Die einzigartige Natur der Senne ist durch den Menschen entstanden, so Neisens weiter.
Wenn die Briten tatsächlich abziehen und auch die Bundeswehr den Truppenübungsplatz nicht weiter nutzen sollte, dann müsse ohne wenn und aber dieser Natur- und Kulturraum geschützt und in seiner jetzigen Form erhalten werden. Nach Einschätzung der CDU Hövelhof eignen sich für die Senne andere Schutzkategorien wie Naturpark oder UNESCO-Biosphärenreservat besser, die den Naturraum Senne ebenfalls schützen, jedoch mehr Entwicklungspotential mit sich bringen würden.