Ausgedehnte Heideflächen, offene Sandflächen, Dünen und tief eingeschnittene Bachtäler bestimmen das Bild in der südlichen Senne.
Ein kurzer Bericht stellt Fakten zur Geschichte und zur Bedeutung der Senne vor und eine kleine Bilderserie bietet Eindrücke.
WinningmühleBis zum ausgehenden 11. Jahrhundert war die Senne gänzlich unbesiedelt, da sie als öde und unfruchtbar galt. Entlang der Sennebäche setzte im 12. Jahrhundert eine zögerliche Besiedlung ein. Hofstelle um Hofstelle wurde am Haustenbach, Furlbach, Krollbach, Knochenbach, an der Thune und an der Ems errichtet. Die lichten Birken- und Kiefernwälder wurden durch Viehhaltung und Holzeinschlag immer weiter aufgelichtet. Aus einer ehemaligen spärlichen Waldlandschaft entwickelte sich eine offene Heidelandschaft. Die Senne - wie wir sie heute kennen.
Durch den Eingriff unserer Vorfahren in das Landschaftsbild befindet sich heute auf dem sandigen Boden die bedeutendste zusammenhängende Heidefläche in Nordrhein-Westfalen mit einer reichhaltigen Flora und Fauna. Eine Vielzahl an Pflanzen- und Tierarten, die sich an die besonderen Lebensbedingungen wie den Sennesand angepasst haben, hat dort ihren Lebensraum gefunden. Um die offene Heidelanschaft zu erhalten und somit den vielen Tieren und Pflanzen ihren Lebensraum zu sichern, pflegt die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne seit 1987 mit einer etwa 1.000 köpfigen Heidschnucken-Herde das Gebiet auf dem Truppenübungsplatz, da dieses sonst verwalden würde.
Neben dieser behutsamen Pflege des Ökosystems bietet das Militär einen ganz besonderen Schutz für Flora und Fauna. Durch die militärische Nutzung können große Teile der Senne seit mehr als 120 Jahren nur noch eingeschränkt betreten werden. So befindet sich die Kulturlandschaft in einen überwiegend naturnahen Zustand, den es für die Zukunft zu erhalten gilt.
Für den zukünftigen Schutz der Senne ist bereits viel getan. Denn die Flächen der Senne, auf denen sich der Truppenübungsplatz befindet, sind bereits heute durch FFH-Richtlinien und Vogelschutzgebiete vor einem zu großen Eingriff durch den Menschen geschützt. Überlegungen, den Truppenübungsplatz nach einem möglichen Ende der militärischen Nutzung in einen Nationalpark zu überführen, gehen aber in die falsche Richtung. Ein Nationalpark mag gut gemeint sein, ist jedoch für die Senneregion die falsche Schutzkategorie. Denn ein Nationalpark bedeutet in letzter Konsequenz, dass ein Urwald entsteht. Der Mensch darf nicht mehr in das Landschaftsbild eingreifen. Die Heidschnucken, die heute für den Verbiss an der Birke und an der amerikanischen Traubenkirsche sorgen und so die Verwaldung aufhalten und die offenen Heideflächen erhalten, dürfen in einem Nationalpark in der Kernzone nicht mehr eingesetzt werden. Die Senne, wie wir sie heute kennen, würde in wenigen Jahren verwalden und die seltenen Tiere und Pflanzen, die auf die Heide und den Magerrasen angewiesen sind, würden verdrängt werden und in unserer Heimat aussterben.
Aber: Die Senne darf nicht sterben. Darum: Nationalpark? Nein Danke!
Angaben über die Senne aus Wikipedia.