Im Rahmen eines öffentlichen Informationsabends im Hövelhofer Schützen- und Bürgerhaus informierte die Bürgerbewegung „Unser Teutoburger Wald“ über die Risiken eines geplanten Nationalparks in Lippe und der Senne. Etwa 130 Bürger fanden den Weg zu der von der CDU und FDP unterstützten Veranstaltung.

Als Referenten kamen Ralph Gerdes, Vorstand der Bürgerbewegung, Beatrix Boekstegers, Vorsitzende des Waldbauernverbandes und Dr. Andreas Wulf, Bürgermeister von Augustdorf, zu Wort. Alle Vortragenden waren sich einig: Ein Nationalpark zerstöre eine gut funktionierende und nachhaltige Forstwirtschaft, gefährde dadurch etwa 1.800 Arbeitsplätze in der Region, koste im Betrieb dem Land NRW und somit dem Steuerzahler etwa 6 Millionen Euro pro Jahr und sperre letztendlich Anwohner und Anlieger aufgrund der Sperrzonen, die in einem Nationalpark 75% der Fläche ausmachen sollen, und dem Rückbau der Wander- und Reitwege aus. Darüber hinaus gefährde die Diskussion über die Einrichtung eines Nationalparks den Bundeswehrstandort Augustdorf und damit die Existenz vieler Unternehmen, die im Auftrag der Bundeswehr Arbeiten in der Kaserne durchführten. Auch mit Blick auf die angestrebte Energiewende in Deutschland werde in Zukunft jeder Festmeter Holz benötigt. In einem Nationalpark sei die Holzwirtschaft jedoch verboten.
Fachlich und sachlich wurden die Argumente gegen einen Nationalpark auf dem Podium referiert. Aber auch aus den Reihen der Zuhörer waren viele Vorbehalte gegen einen Nationalpark zu vernehmen. So machten mehrere Bürger ihrem Ärger über einen möglichen Nationalpark Luft. Vor allem fühle man sich von der Politik in Düsseldorf nicht ernst genommen und übergangen. Somit verwundert es nicht, dass zu den von der Bürgerbewegung bereits gesammelten 10.000 Unterschriften gegen einen Nationalpark an diesem einen Abend sich weit über hundert neue Unterzeichner fanden.