CDU Gemeindeverband Hövelhof

kpv diskutiert über Nationalpark Senne

Referat von Dr. Andreas Wulf

Die Kommunalpolitische Vereinigung der CDU im Kreis Paderborn informierte und diskutierte unter Leitung des CDU-Kreisvorsitzenden Karl-Heinz Wange mit kommunalen Spitzenpolitikern aus den Anrainergemeinden der Senne wie der Truppenübungsplatz Senne nach einem möglichen Abzug der britischen Streitkräfte weiter geschützt werden kann.

Bei der Vielzahl der Schutzbegriffe wie Nationalpark, Naturpark, Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, Biosphärenreservat, Vogelschutzgebiet und FFH übernahm der Hauptredner des Abends Dr. Andreas Wulf, Bürgermeister von Augustdorf, die Aufgabe, die infrage kommenden Großschutzgebiete vorzustellen und auch ihre wirtschaftlichen Chancen und Risiken aufzuzeigen.

Walter Strop, Fraktionsvorsitzender der Bad Lippspringer CDU, möchte weg vom Streit um Etiketten und Prestige. Für ihn ist wichtig, was alle Schützer der Senne eint: „Die alte westfälische Heidelandschaft im Senneraum mit ihrer Feucht- und Trockenheide, offenen Sandflächen, Binnendünen und Mooren soll nach Beendigung der militärischen Nutzung großflächig in ihrem heutigen Umfang erhalten bleiben.“ In diesem Sinne gilt es das passende Großschutzgebiet zu bestimmen.

Einigkeit besteht auch darin, dass die Senne keine Naturlandschaft, sondern eine historische Kulturlandschaft ist, d. h. dass die Senne bestimmende Offenland, wurde von Menschen geschaffen und bedarf der regelmäßigen Pflege.

Wer die Senne erhalten will, wie sie ist, darf die vorhandenen Kiefernwälder sich nicht selbst überlassen, sondern muss immer wieder zur Wiederherstellung der Heideflächen roden oder durch Auflichten das Offenland erhalten.

 

Bleibt die spannende Frage, was ist für eine derartige Landschaft das beste Schutzgebiet?

 

Wulf fasste die Hauptziele der drei wichtigsten Schutzgebiete wie folgt zusammen:

  1. Nationalparks sind Landschaften, in denen Natur Natur bleiben soll
  2. Biosphärenreservate sind national und international repräsentative Modellregionen für ein ausgeglichenes Zusammenleben von Mensch und Natur
  3. Naturparks bewahren und entwickeln Kulturlandschaften für die Erholung von Mensch und Natur und für eine nachhaltige Regionalentwicklung.

 

Danach sind Biosphärenreservat und Naturpark die für die Senne zur Erhaltung ihrer Kulturlandschaft die geeigneteren Schutzgebiete. Bleibt noch die Frage nach der Attraktivität der einzelnen Schutzgebiete. Der touristische Wert des Nationalparks wird immer wieder betont. Ein Blick in die deutsche Schutzgebietlandschaft zeigt aber, dass Gebiete, wie z. Bsp. der Schwarzwald als Naturpark touristisch weitaus erfolgreicher sind, als Nationalparke. Auch könne bei einem Naturpark oder Biosphärenreservat weiterhin die Jagd zugelassen werden, was wiederum im erheblichen Maße zur Finanzierung des Schutzgebietes beitragen würde.

Bei der Frage, wer, wo, und wie bei der Einrichtung eines Großraumschutzgebietes was regelt, punktet der Naturpark weiter. Hier bedarf es der Änderung von Landschaftsplänen vor Ort unter Einbeziehung der betroffenen Gemeinden und ihrer Bürger, während ein Nationalpark in Düsseldorf durch Verordnung im zuständigen Ministerium entsteht. Landrat Manfred Müller erinnert in seinem Statement noch einmal daran, dass es die Senne wie wir sie kennen und schätzen – ohne die britischen Streitkräfte so nicht gäbe und die Fortsetzung der militärischen Nutzung das Beste zum Erhalt wäre.