Gemeinderat verabschiedet Schulentwicklungsplan

CDU bekennt sich zur Franz-Stock-Realschule und zur Krollbachschule

30.09.2012, 09:00 Uhr
Schulzentrum Hövelhof - Franz-Stock-Realschule und Krollbachschule
Schulzentrum Hövelhof - Franz-Stock-Realschule und Krollbachschule

In der letzten Ratssitzung wurde auch intensiv über das Schulsystem der Gemeinde Hövelhof gesprochen. Regelmäßig hat ein Schulträger - die Gemeinde - einen Schulentwicklungsplan vorzulegen. Aus diesem Plan leitet er Handlungsempfehlungen für die weitere Entwicklung ab. Für die CDU war angesichts der vorgelegten Zahlen schnell klar, dass unsere Schulstruktur weiter Bestand haben kann. SPD und FDP haben um Beratungsbedarf gebeten. In der Sitzung des Schulausschusses Ende Juni wurde daher nur eine erste Beratung durchgeführt, den Schulleitungen wurde Gelegenheit geboten, ihre Stellungnahmen zum Schulentwicklungsplan abzugeben. Gleichzeitig vereinbarte der Schulausschuss einstimmig, den Schulentwicklungsplan in der September-Sitzung des Rates zu verabschieden. 

Wir dokumentieren den Redebeitrag von Udo Neisens, dem Vorsitzenden des Schulausschusses:

Heute hat der Rat die Aufgabe, den Schulentwicklungsplan für die kommenden 5 Jahre zu beschließen. Damit erhalten Lehrer, Schüler und Eltern Planungssicherheit, dass unsere beiden Grundschulen und die beiden weiterführenden Schulen unserer Sennegemeinde wir im Bestand erhalten wollen. Der Schulentwicklungsplan untermauert dieses Vorhaben mit einem reichhaltigen Werk an statistischen Daten. Seit Einbringung des Entwurfes des Schulentwicklungsplanes Anfang Juni hat sich die CDU sehr intensiv mit der Hövelhofer Schullandschaft beschäftigt.

Der Schulausschuss hat hat am 26. Juni eine erste Lesung durchgeführt. In dieser Sitzung haben wir den Schulleitungen Zeit und Raum gegeben, ihre Überlegungen zum Schulentwicklungsplan darzulegen. Keine einzige Schulleitung hat erklärt, dass eine neue Schulstruktur nötig sei. Alle Fachkundigen haben stattdessen ihre Schwerpunkte erklärt: Inklusion, Bildungsarbeit, Hilfen für den Berufsstart.

Der Schulausschuss hat den Fraktionen von SPD und FDP ausreichende Beratungsarbeit verschafft. Der ASJ hatte im Juni beschlossen, den Schulentwicklungsplan in der ersten Ratssitzung nach der Sommerpause verabschieden zu lassen. Der Schulausschuss hat zu diesem Zweck vor einigen Tagen getagt.

Sie hatten damit 84 Tage Zeit für ihre Beratungen. Diesen großzügig bemessenen Zeitraum haben sie aber verstreichen lassen, haben sie nicht genutzt. Stattdessen hat die SPD Vorwürfe erhoben, die CDU sei gegen Bürgerbeteiligung.

Solch eine öffentliche Erklärung ist absoluter Humbug. Die CDU hat sich noch niemals gegen eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde gewandt. Bürgerbeteiligung wird in diesem Rathaus regelmäßig gelebt und von der CDU mitgetragen. Davon zeugen die Einwohnerversammlungen, die von unserem Bürgermeister initiierten Zukunftswerkstätten, die vom Bauamtsleiter moderierten Bürgerversammlungen zur Ortskernsanierung.

Bei jeder dieser Formen von Bürgerbeteiligung hatten die Bürger Entscheidungsmöglichkeiten. Jeder Bürger hatte die Chance, konkrete Vorschläge vorzutragen und mitzugestalten.

Und jetzt wird es schizophren. Sie alle loben die Arbeit unserer Schulen. Gleichzeitig stellen sie diese Schulen aber in Frage, wenn sie nach Bürgerbeteiligung rufen. Was, wenn nicht alles in Frage zu stellen, neu zu denken und neu aufzustellen bedeutet denn Bürgerbeteiligung sonst?

Ja, es ist richtig, um uns herum verändert sich die Welt. Nicht jede Hauptschule ist sicher in ihrem Bestand. Aber Hövelhof ist nicht Altenbeken, Lippspringe, Delbrück, Borchen oder sonstwo. Jede Gemeinde hat unterschiedliche Situationen. Ortsteile. Schulgebäude. Alles muss bedacht werden und der demographische Faktor berücksichtigt werden.

In Hövelhof ist es nun einmal anders. Wir haben gemeinsam unsere Krollbachschule gestärkt. Den gemeinsamen Unterricht gefördert. Herr Stolpmann und sein Team sind gut engagiert und versuchen für jedes Kind einen Ausbildungsplatz zu finden. Das ist ein Vorteil einer kleineren Schule, dass die Schulleitung noch jedes Kind kennt.

Welche Ideen haben Sie eigentlich? Was schlagen sie denn vor, worüber beraten werden soll? Sie wollen die Schulstruktur untersuchen - richtig? Welche Alternativen haben Sie - keine?

Dann sollten wir uns das Schulgesetz angucken. Für die weiterführenden Schulen bietet das Gesetz 5 unterschiedliche Schulformen an, von denen wir zwei anbieten. Alternativen zu unseren - wie sie selber erklären - gut arbeitenden Schulen sind die Sekundarschule und die Gesamtschule. Beide Alternativen arbeiten im verpflichtenden Ganztagsunterricht. Was davon ist ihre Idee? Oder haben sie etwa keine Idee? Und warum wollen sie Schulen, Schüler und Eltern verunsichern? Wozu soll sonst ihre Bürgerbeteiligung dienlich sein?

Wenn wir die Debatten über Schulstrukturen in der Nachbarschaft richtig verstehen und davon lernen wollen, dann sollten wir sehr vorsichtig und zurückhaltend agieren.

Die CDU hat die 84 Tage genutzt, um den Schulentwicklungsplan um zentrale Formulierungen zu ergänzen, die für das Verhältnis zwischen Schulträger und Schule wichtig ist und ein Versprechen enthält, alle Anliegen von Eltern, Schülern und Lehrern wohlwollen zu beraten.

Wir die CDU wollen unsere bestehende Schulstruktur erhalten und weiter stärken. Solange es möglich ist, werden wir die Franz-Stock-Realschule und die Krollbachschule unterstützen und nicht in Frage stellen.